Angekommen.

Dienstag, September 23rd, 2008 um 17:23 | Mitmenschen, Uni und so, Wohnen

Nun bin ich schon den dritten Tag hier, aber es ist quasi der erste mit Internet. Gestern war ich für etwa eine Viertelstunde online, aber eh ich mich versah brach die Verbindung schon wieder zusammen.
Aber fangen wir von vorne an.

Samstag morgen ging es sehr früh aus den Federn, Micha und ich mussten mit der Bahn nach Ossendorf und von dort aus noch eine halbe Stunde bis zum Sixt-Händler fahren. Dort stand ein riesenhafter Iveco Daily (15 Kubikmeter Ladevolumen!) für uns bereit. Dann sind wir nach Köln gefahren, haben Michas Schreibtisch und diverses anderes eingeladen, sind von dort nach D’dorf und haben da wiederum den Großteil meines Hausrates eingeladen und dann nach Zülpich, um von dort den alten Ledersessel, einen Schrank und einen Lattenrost zu besorgen (und nebenbei was zu futtern).
Dann ging es auf nach Albstadt!
Ich war so nervös, dass jeder Spurwechsel des Wagens einen Stich in meinen Magen setzte, mir war schwindlig und ich hätte fast geheult. Das hat sich zum Glück während der Fahrt gegeben, nur ging es kurz vor Ankunft wieder los. Ich weiß gar nicht so recht, warum.
Die Fahrt ist ansonsten nicht so sonderlich spektakulär gewesen, ohne Stau und sonstige Zwischenfälle - andernfalls wäre ich wahrscheinlich einfach umgefallen. Der einzige Hammer war, dass der Wagen verdammt viel Diesel geschluckt hat und dazu auch noch einen Miniminitank hatte. Gnah!
 
Dann ging es in Albstadt ans ausräumen. Herrje, was habe ich viel Kram!
Die guten Jungs (sprich: Bruderherz und Micha) haben dann direkt Schrank, Schreibtisch und Bett aufgebaut, während ich versucht habe, meine Nervosität niederzukämpfen und schonmal das ein- oder andere auszupacken. Da ergriff mich ordnugsmäßig ein großer Schrecken: Ich hatte meine ganzen Kleiderbügel in Düsseldorf gelassen! Da ich aber am Wochenende hoch komme und dann am Sonntag dort den großen Abschlussputz machen muss, kann ich sie immer noch mitnehmen. Mutti hat mir ja zum Glück einen der großen Koffer langfristig entliehen :).
Am Sonntag bekam der Mo ganz knapp seinen Zug (und ist auch gut durch- und angekommen).
Ab da war ich mit Micha alleine, ich habe Möhrengemüse gekocht und Micha sich etwas ausgeruht. Darauf sind wir dann ein bisschen spazieren gegangen, und dann ging es weiter ans auspacken.
Da ich noch keine Regale habe muss ich vorerst eine Weile aus Kisten leben. Das ist nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber das muss halt irgendwie gehen. Wenn ich nächste Woche meine Kleiderbügel habe, wird es schonmal eine große Erleichterung.
Die Regale müssen leider noch eine ganze Weile warten, weil ich da darauf warten muss, dass Micha mal mit dem Auto runterkommt und mir die Dinger anschraubt. Und vorher natürlich das alles mit mir kaufen geht. Das wird hoffentlich nach Kathrins Hochzeit der Fall sein.
 
Ansonsten war ich ja schon immer eine sehr nervöse Person, das bemerke ich besonders in den letzten Tagen wieder. Mir ist ständig schlecht, morgens habe ich kaum Appetit und mein Bauch wummert vor sich her. Wenigstens schlägt sich das (noch?) nicht auf meinen Darm wieder.
Dafür hatte ich gestern schön dick Kopfweh mit Übelkeit und Doppelsehen, kaltem Schweiß und Zittern, die sich auch nicht mit Ibu, Ruhe, Tee und Wärmflasche bekämpfen lassen wollten. Dafür war ich um halb neun im Bett und heute morgen schön ausgeschlafen. Hat auch was für sich.
 
Gestern habe ich vor der Kopfschmerzattacke noch schnell was eingekauft. Ich saß dafür zum ersten Mal seit bestimmt fünf Jahren auf meinem Fahrrad! Ich habe aber zum Glück nix verlernt. Allerdings habe ich mir fest vorgenommen, nur unter der Brücke herzufahren, wenn da bestimmt niemand steht, auch wenn das einen Umweg bedeutet.
Denn als ich dort drüber fuhr, passierte ich ein paar Jugendliche die es wahnsinnig lustig fanden, auf die Passanten nieder zu rotzen. Börks. Hier hängen übrigens erstaunlich viele gelangweilte Jugendliche rum (die dann natürlich Scheiße bauen), das ist hier sogar noch krasser als bspw. in Euskirchen oder Zülpich zur Sommerferienzeit.
Nachdem ich vom einkaufen in mein neues Heim kam, habe ich spontan einen Menschen angesprochen, der dort auf den Aufzug wartete. Seinen Namen habe ich nicht erfahren, aber er hat mir erstmal grob erklärt wie ich ins Internet komme (daher die gestrige Viertelstunde), leider nur so grob, dass es nach einem Neustart nicht mehr klappte. Heute war ich dann im PC-Pool der Hochschule und habe mir mal die FAQ des Rechenzentrums durchgelesen, und voila! - ich habe Internet :). Von besagtem Nachbar habe ich auch erfahren, dass es hier keine Mülltonnen gibt, ich soll einfach meinen Müll auf den Flur stellen und darauf warten, dass die Verwalterin ihn mitnimmt o.O. Nun gut, wenn es klappt… Nur mit den Instant Messengern klappt es noch nicht, angeblich soll ich da (laut FAQ) den Proxy im Programm eintragen, nur finde ich leider keine Möglichkeit, dies zu tun. Mhm.
Mein Fahrrad habe ich hier auf dem Flur deponiert, aber wenn ich das gleich runterschleppe werde ich es bestimmt kein zweites Mal hochtragen. Warum ich es runterschleppen möchte? Ganz genau, ich muss meine Tickets für meine Heimreise am Wochenende kaufen und auch mein Semesterticket. Geld, adé!
 
Nun möchte ich noch ein paar Worte zu meinem Vorkurs verlieren:
Der Prof, der das macht, ist Mathe-Prof im Ruhestand, der aber aus Leidenschaft weiter unterrichtet. Leider ein Exemplar der ziemlich verwirrten, schrulligen Sorte. Er beginnt einen Satz, hört in der Mitte auf, fängt den nächsten an und bevor dieser geendet hat kommt schon der dritte halbe Satz! Zwischen Themen wird munter hin- und hergesprungen, er setzt Wissen voraus, das kein Mensch hat (deswegen sitzen wir ja im Vorkurs) und auf Nachfragen wechselt er einfach das Thema. Also, besonders lehrreich ist das nicht. Ich werde auf jeden Fall eine Lerngruppe in Mathe benötigen. Und mich einmal durch das Literaturverzeichnis fressen. Mathe ist schon immer meine größte Angst gewesen, aber es gehört eben zum Studium dazu (zum Glück nur im zwei-Wochen-Takt!). Ich werde das schon irgendwie schaffen, denn ich will Bekleidungstechniker (achtung, generisches Maskulinum!) werden. So. Mathe gehört halt dazu, also mache ich es. Irgendwie.
 
Das ist nun ganz schön viel geworden, vielleicht füge ich später noch das ein- oder andere hinzu. Nein, ich werde ganz sicher noch einiges hinzufügen!
 
Ich vermisse euch alle ganz doll, aber ich fühle mich nicht einsam, weil meine Kommilitonen alle recht nett sind. Wir haben ganze zwei Kerle!
Hab euch alle lieb!

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