Die Qual der Wahl

Dienstag, Dezember 9th, 2008 um 22:32 | Uni und so

Das Dumme am demokratischen Abstimmen in Vorlesungen ist, das die Mehrheit der Anwesenden gewinnt, auch wenn die absolute Anzahl der Studenten dagegen ist.
In diesem Fall hat diese Minder-Mehrheit erreicht, dass wir alle am 19. frei haben und zwei Vorlesungen auf den 12. verlegt wurden.

 
Im Klartext heisst das, das 13 Leute von 64 dafür gestimmt haben, dass ich nicht an der Taufe meiner Nichten teilhaben kann =(.
Denn statt von 8h-13h habe ich am 12. von 8h bis 19h.
Eine der beiden Vorlesungen (theoretische IFT) am Nachmittag hätte ich ohne weiteres geschwänzt und mit Freude auf der Zugfahrt nachgeholt. Aber Mathe kann ich nicht im Zug lernen. Mathe kann ich eigentlich generell nicht.
Also nix mit Taufe.
Ach manno, ich wäre so gerne dabei gewesen, die erste Taufe! Und dann gleich eine Doppelte!
Dafür kann ich zwar am 19. schon nach Hause (und am Abend mit in die Essigfabrik! Juchuuh!), aber ich bin dennoch traurig. Ambivalente Sache.
 
Heute habe ich wieder mal viel Zeit im Nählabor verbracht. Irgendwann kam der Prof und erklärte, dass bald Torschluss sei. Huch! Aber so lange war ich doch gar ni….o.O.
Die letzte Naht durfte ich dann noch ausführen, hab dafür auch brav alles sauber gemacht.
Nach Pattentasche, schludriger und ordentlicher Manschette ist nun ein einteiliger Umlegekragen dran. Eigentlich gar nicht schwer, aber wie immer ist im Unterricht meine Unkonzentriertheit ein Problem gewesen und im freien Praktikum hat sich der Stoff beim Bügeln zweimal totgefusselt, bis ich beim dritten Versuch einen ordentlichen Stoff erwischt habe. Dann lief plötzlich alles glatt und reibungslos.
Fein!
Ich bin mal sehr gespannt, was morgen in praktischer IFT drankommt, bestimmt machen wir da einen mehrteiligen Kragen.
 
In Bekleidungskonstruktion haben wir gestern gelernt, wie man “Viktorianische Blusen” konstruiert.
Nein, das ist nichts historisches, das ist eine durchaus moderne Blusenform. Dennoch ist es eine klassische Bluse, eng in der Taille und weit am Saum, Teilungsnähte vorne und hinten, Kräusel an der Schulter, Passe vorne und hinten und hoher/langer/breiter (alles das Gleiche) Manschette.
Endlich sieht es nicht mehr nach Kartoffelsack aus!
Ich denke, ich werde dieses neue Wissen anwenden, sobald ich Zeit habe.
Das Besondere an dieser Blusenform ist, dass sie im Rücken eng ist. Das ist wichtig und gut für mich, wegen meines Hohlkreuzes!
Vorher muss ich mich aber mal genau ausmessen, und das ist alleine schwer und dauert.
Aber allein zu wissen, wie das geht, ist toll!
Über Weihnachten werde ich dann lernen mit Zweckmäßigkeit verbinden und nochmal einen kompletten Blusengrundschnitt in meiner Größe entwerfen, um ihn dann auseinander zu schnippeln :D.
Dann hab ich endlich mal eine schöne und gut sitzende Bluse! Hurra!

4 Kommentare to Die Qual der Wahl

Mama
Dezember 10, 2008

Und nachts fahren oder früh am Morgen geht nicht?

Bekka
Dezember 10, 2008

Nachts? Haha! Schön wär’s.

Und früh am Morgen wäre mir zu stressig, ich käme dann erschöpft von der siebenstündigen(!! Samstags sind die Verbindungen noch bescheuerter als sonst!) Reise, könnte mich kurz ausruhen und dann direkt zur Taufe. Davon hätte ich dann recht wenig.

Onkel Mo
Dezember 11, 2008

Hm, blöd.
 
Und da ich dich kenne, werde ich auch nicht sowas wie “Einmal Mathe kannst du doch schwänzen” sagen ;)
 
 
Nebenbei: das mti der Abstimmung wie oben ist nicht bei allen demokratischen Abstimmungen so, nur bei denen mit relativer bzw. einfacher Merhheit.
Bei Abstimmungen mit absoluter Merhheit muss man mehr als die Hälfte der möglichen Stimmen haben, egal, ob die entsprechenden Leute anwesend sind oder nicht. (Wenn also mehr als die Hälfte fehlt, braucht man gar nicht erst abstimmen). Gilt zum Beispiel im Bundesrat, und da man schonmal verfassungsrechtlich bedenkliche Gesetze deswegen nicht durchkriegt, will unser werter Herr Innenminister das ändern lassen…

*klugscheißmodus aus*

Bekka
Dezember 11, 2008

Ahja, ist ja interessant.
 
Und ich hab auch schon daran gedacht, Mathe zu schwänzen, aber…lieber nicht.
 
Dass dieses keine richtige Abstimmung war, wissen alle, aber das wurde mal fein untern Tisch fallen lassen :-(. Und da zu Mathe immer so wenig anwesend sind, ist dem Prof nichtmal großartig aufgefallen, dass das keine echte Mehrheit war.
Wie auch immer, das Wochenende habe ich nun für die Uni verplant. Hat auch irgendwie was Gutes.
Und ich denke, das gesparte Geld stecken Micha und ich in etwas Sinnvolles, was wir eh schon länger anschaffen wollten. Zum Beispiel eine neue Matratze, von der alten kriege ich Rückenschmerzen, sobald ich ne Stunde drauf liege, und die bleiben dann auch für eine Woche.

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