Vinylblumen und andere Deko
Sonntag, März 29th, 2009 um 19:06 | Wohnen
Bilder meines Badezimmers habe ich noch nicht; viel gibt es da eigentlich auch nicht zu sehen.
Es ist einfach schwer, so einen kleinen Raum halbwegs repräsentativ abzulichten. Ich glaube, ich versuche mal, mit Spiegeln zu arbeiten.
Als nächstes mein Brett über dem Bett: Klebefolie gibt es wie gesagt nur in komischem Unrot, das wollte ich nicht. Also habe ich mal eben eine Dose Acryllack gekauft und das Brett dunkelrot angemalt. Mir gefällt besonders, dass man die Maserung des Holzes noch durchschimmern sieht. In diese Wandkonsolen habe ich mich auch sofort verliebt!

Die Lampe ist von Ikea, und ja, die Glühbirne war teurer als die Lampe. Die hat das Vierfache gekostet. Energie sparen ist halt teuer.
Das Bild dahinter hat übrigens Micha vor zwei Jahren geschossen - Ich bin weder Raucher, noch Alkoholiker ;).
Kommen wir zurück zur Klebefolie: In weiß gibt es sie nicht, in schönem Rot auch nicht - aber in schwarz! Auch in schwarz mit Samtoptik, aber neiiiin…das wird bestimmt wahnsinnig schnell staubig und fusselig und flust selbst wahrscheinlich auch. Da habe ich lieber die glatte Vinylfolie genommen, und bin damit auch recht glücklich geworden.
Erst einmal habe ich meine geliebten Burmesterkurven hervorgekramt und einen Probeschnörkel entworfen:

So war das Teil natürlich viel zu filigran, obwohl ich da die Linien alle schon nachgezeichnet hatte.

So war es das eigentlich auch noch, aber
es ließ sich halbwegs zu etwas schnippeln.
Ich hab es noch ein wenig erweitert, die Skizze habe ich einfach auf das Trägerpapier der Folie geklebt und dann daran entlang ausgeschnitten.
Der Probeschnörkel klebt jetzt recht dekorativ an meiner Badezimmertür; das werde ich bei Gelegenheit noch weiter ergänzen.

Dann ging es weiter zum eigentlichen Klebeprojekt: dem Billy!
Ich denke mal, jeder kennt diese schönen Klebeblumen von Ikea. Vor diesen Schätzelchen stand ich bislang auch bei jedem Ikea-Besuch, hielt sie in der Hand und ärgerte mich schrecklich, dass die Dinger so wahnsinnig teuer sind! Das ist doch bloß ein bisschen schwarze Fo… Moment mal, das kann ich auch selber!
So bin ich also auf oben genannte Klebefolie gekommen. Das war zwar ziemliche Arbeit, aber das war es mir wert.
Zuerst gab es eine grobe Skizze:

Daran habe ich mich am Ende überhaupt nicht gehalten :D. Aber vielleicht werde ich die Skizze auch noch auf Folie bringen, mal sehen.
Angefangen habe ich mit vielen Blättern, die aneinandergeklebt wurden. Ein Billy ist etwa so breit wie ein DIN-A3-Blatt, folglich habe ich einige DIN-A3-Blätter hochkant übereinander geklebt bis ich einen Papierstreifen von 2,20 m Länge hatte.
Darauf habe ich dann erstmal grob ein paar Schnörkel gemalt.
Da aber kein Mensch auf der Welt harmonische Kurven frei zeichnen kann, habe ich das alles erstmal mit den Burmesterkurven ausgeglichen. Dazu sind die ja auch da.

Die Bleistiftzeichnung habe ich dann mit Filzstift nachgezogen und auf der Innenseite jeder Kurve eine Parallele gezogen, und aus den Bögen am Ende wurden dann kleine Knubbelknopsen.

Was ich hier so kurz beschrieben habe, hat etwa drei Stunden gedauert.
Als das fertig war, habe ich erstmal die Vorzeichnung aufgehängt, um zu schauen, wie das wirkt.

Hach, das hätte ich am liebsten direkt so hängen lassen!
Und weil ich es nun kaum noch erwarten konnte, habe ich mich einfach Schritt für Schritt herangetraut:
Erst habe ich von der langen Papierbahn ein Schnörkelstückchen herausgeschnitten, das per Schneiderkopierrädchen und Scherenstichen auf die Folie übertragen, ausgeschnitten und angeklebt. Darunter kann man sich schwer was vorstellen, deswegen hier ein Bildchen:

Das ging relativ gut, aber weil ich zwischen 22h und 7h morgens (nein, ich habe die Uhrzeiten nicht verdreht - ich habe eine Nachtschicht eingelegt) gearbeitet habe, habe ich entsprechend langsam gearbeitet, um nichts zu versauen. Bei Sonnenaufgang hatte ich dann etwa 2/3 des Regals beklebt. Danach hätte ich mich recken und wenig später die Leiter benutzen müssen, das wollte ich schlaftrunken aber nicht machen. Also ab ins Bett, ein paar Stunden schlafen und weiter!
Heute mittag bin ich dann fertig geworden; das Ganze wurde leicht schief und ich musste immer wieder ein paar Kurven überdehnen oder Stückchen ansetzen, aber das fällt kaum auf.
So sieht die Schmalseite des einen Regals nun aus:


Ich habe irgendwie das große Bedürfnis, das noch an ein paar anderen Stellen zu wiederholen, aber als nächstes wird erstmal meine Küche umorganisiert, damit ich herausfinden kann, ob ich wirklich ein Regal für Vorräte brauche oder nicht.
Nicht unerwähnt lassen wollte ich die Materialkosten: Zusammen mit dem Papier und der Abnutzung der Scheren etc. hat mich das Ganze vielleicht um die zwei Euro gekostet. Die Folie (45×200cm) hat sechs Euro gekostet, und davon habe ich knapp 40 Zentimeter gebraucht.
Das war definitiv nicht die letzte Dekoaktion.
Nachtrag:
Ich überlege, noch Blätter und Blüten dazu zu kleben, damit das mehr nach Blumenranke aussieht. Momentan hat es ja eher was von Phantasieschnörkel. Die angedeuteten Knospen errät man eher durch Zufall als eben solche.
1 Kommentar to Vinylblumen und andere Deko
Sehr fein geworden =)
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