Archive for Mai, 2011
Voll erwischt
Sonntag, Mai 29th, 2011 | Dahingeworfenes | 2 Kommentare
BSE & Kreuzfeld-Jakob, Maul-und-Klauenseuche, Vogelgrippe, Schweinegrippe…all das war mir egal.
Insbesondere die große Panik um die Schweinegrippe hat bei mir eher Erheiterung als Sorge ausgelöst.
Grippen kriege ich einfach nicht, ich bin ja sogar sehr selten mal erkältet.
Aber seitdem mich kürzlich das Norovirus für einige Tage ins Krankenhaus gebracht hat und ich mich noch über eine Woche nach Entlassung eher matt als fit fühlte, hat sich meine ohnehin andauernde unterschwellige Sorge um Magen-Darm-Erkrankungen drastisch erhöht.
Und in genau diese Kerbe der Sorge schlagen die Meldungen über Ehec ein. Als im Radio die Nachricht kam, dass man Gurken, Salate und Tomaten meiden solle, futterte ich gerade fröhlich an einer Portion Cocktailtomaten. Wenige Tage zuvor aß ich noch Blattsalat.
Das war der genaue Moment, in dem in mir die Panik aufkam und mich mit voller Breitseite erwischte.
Hier in Süddeutschland sollte man sich eigentlich recht sicher vor einer Infektion fühlen, aber Angst (besonders meine Ängste) ist ja häufig doch irrational.
Ich werde drüber lachen, wenn sich die Ehec-Panik als die gleiche Blase wie die Schweinegrippe herausstellt und auch genau so platzt. Auch wenn die meisten Erkrankten Frauen sind, sind bislang ja doch überwiegend alte (und damit tendenziell schwache) Menschen gestorben.
Aber ich bin eine erwachsene Frau, ich bin von schwacher Konstitution, ich habe eine empfindliche Darmflora.
Also wasche ich mir sehr gründlich die Hände (wie im Krankenhaus gelernt und von der BzgA empfohlen), vermeide Rohkost und weitere “gefährdete” Lebensmittel und habe für den größten Notfall eine Krankenhaustasche gepackt.
Nennt es albern, aber meine Erfahrung mit Noro hat mir gereicht.
Es hat mir gereicht, drei Tage ohne Shampoo oder Duschgel im Krankenhaus zu liegen.
Es hat mir gereicht, in der Notaufnahme auf Behandlung zu warten, weil das Personal sich zuerst vor mir stritt, wer putzt oder ob ich lieber direkt in ein anderes Krankenhaus verlegt werde (obwohl meine Symptome bei Einlieferung eigentlich schon nahezu vorüber waren).
Es hat mir gereicht, eine Woche Arbeit für mein Studium nachzuholen.
Es reicht mir immer noch, andauernd gefragt zu werden, ob es mir wieder besser gehe.
Ich bin meinen Mitmenschen sehr dankbar, dass sie meine Sorge um eine Ehec-Infektion teilen, auch wenn sie selbst es wahrscheinlich genau so wenig ernst nehmen wie die letzten angeblichen Epidemien.
Nachtrag
Diesmal schaffen es nicht einmal die Statistiken (laut BzgA erfolgt nur bei 5-10 % der Infizierten ein hämolytisch-urämisches Syndrom, bei 80-90% der Infizierten passiert einfach gar nichts) mich hinreichend zu beruhigen. Aber ein bisschen hilft es.
Wartewartewarte…upszuspät
Mittwoch, Mai 25th, 2011 | Dahingeworfenes | 1 Kommentar
Heute war ich in einer Warteschleife, an deren Ende (!) folgender Satz durchgesagt wurde:
“Wenn Sie uns persönlich erreichen wollen, rufen Sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal an oder besuchen Sie uns in unserem Kundenzentrum.”
Warum muss der Kunde sich erst fünf Minuten Warteschleifengedudel anhören, um diesen Satz zu hören?
Der Deutsche ist heutzutage ja eher auf langes Warten in Warteschleifen getrimmt (unter anderem deswegen besitze ich als Alice- und O2-Kunde ein Headset), aber wenn das Warten in der Warteschleife keinen Sinn hat, sollen die Menschen diese Meldung doch bitte an den Anfang der Warteschleife setzen.
Der Mensch, den ich schließlich erreichte, meinte zu diesem Sachverhalt nur, dass sie da auch nichts für könne. Hätte erwartet, dass meine Beschwerde weitergeleitet wird, oder das zumindest behauptet wird.
Schnöder Mammon
Dienstag, Mai 24th, 2011 | Mitmenschen, Uni und so | Keine Kommentare
Ich arbeite in diesem Semester (seit April) als studentische Hilfskraft.
Die Arbeit ist recht gut entlohnt und macht großen Spaß.
Im April hat nur seltsamerweise noch keine studentische Hilfskraft Geld gesehen.
Wie die Meisten wohl wissen, wurde in diesem Jahr die klassische Lohnsteuerkarte abgeschafft und durch eine elektronische Variante ersetzt.
Was kein Ding wäre, wenn das LBV damit umgehen könnte.
Sämtliche Studentische Hilfskräfte haben schöne Briefe erhalten, dass sie mangels Lohnsteuerkarte bzw. Steueridentifikationsnummer fröhlich in Steuerklasse 6 eingestuft wurden, bis die Lohnsteuerkarte nachgereicht wird.
Das abgeschlagene Geld kann man dann via Steuererklärung am Ende des Jahres wieder einfordern.
Hurra.
Einige haben also tatsächlich das Aprilgehalt mitte Mai bekommen, abzüglich einer satten Summe.
Ich gehöre zu denjenigen, die zwar kein Geld, dafür aber einen Haufen Briefe vom LBV bekommen haben. Inhaltlich etwas von wegen fehlende Lohnsteuerkarte, keine Steuer-ID, daraus folgend Steuerklasse 6, bitte Steuer-ID nachreichen usw.
Da ich meine Lohnsteuerkarte bzw. den Ausdruck der elektronischen kopielos fortgeschickt habe, wusste ich meine Steuer-ID aber nicht, um sie nachzureichen.
Um solcherlei Angelegenheiten kümmert sich neuerdings das Finanzamt. Die Menschen, die dafür zuständig sind, sind über diese Zuständigkeit aber offenbar nicht sehr erfreut. Zumindest war der Mensch am Telefon in allerhöchstem Maße unfreundlich und ihr Verhalten haarscharf an Beleidung grenzend.
Nun hat mir dieser Mensch nach höflichem Überreden meinerseits und weniger höflichen Aussagen über meine Ordentlichkeit ihrerseits ein relativ formloses Schreiben mit meiner Steuer-ID geschickt.
Mit dieser Steuer-ID in der Hand rief ich dann - auf weitere Unfreundlichkeiten gefasst - bei meiner werten Sachbearbeiterin im LBV an. Die Dame war das erquickende Gegenteil der Kollegin vom Finanzamt - freundlich, hilfsbereit, und trotz meiner dummen/fachunkundigen Fragen höflich.
Mein Problem hat sich in der Wartezeit auf das Schreiben vom Finanzamt von selbst erledigt, da sei wohl in einer anderen Abteilung etwas kleben geblieben, alles in Ordnung, Ende Mai kriege ich dann mein volles Gehalt von Mai und April ohne irgendwelche Abzüge. Wenn nicht, dürfe ich mich gerne wieder melden, kein Problem, dafür sei sie ja da.
Schön.
So ein blöder Haufen
Dienstag, Mai 24th, 2011 | Wasimasawo | Keine Kommentare
Extremisten find ich doof. Egal ob die nun rechts, links, religiös oder weiß der Geier sind.
Vor allem weil Linksextremistischer Terror gegen unsere Demokratie in meinen Augen vor allem ein Ergebnis hat: dass zu allem Überfluss der braune Deppenhaufen auch noch Zulauf erfährt.
Und das ist mindestens genau so scheiße.
Interessant finde ich allerdings, dass in dem Artikel keine Aussagen der Linken Partei zu finden sind.
Zensus
Freitag, Mai 20th, 2011 | Dahingeworfenes | 2 Kommentare
Der Kerl war doch tatsächlich beleidigt, dass ich ihn nicht hereingebeten habe.
Den Fragebogen hat er erst nach dreimaliger Aufforderung rausgerückt, nachdem ich ihm versichert habe, dass ich ihn auch an einem anderen Termin auf keinen Fall in meine Wohnung lassen werde.
Ich finde es übrigens frech, dass ich das Porto für den Fragebogen selbst zahlen muss.
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