Dahingeworfenes
Sensationsgeilheit
Sonntag, Januar 30th, 2011 | Dahingeworfenes | 2 Kommentare
Unter den Trümmern fällt ein Stück weißer Innenverkleidung des Zuges auf, in dessen Einbuchtungen rote Pfützen aus Blut stehen, auch Kabelstränge, Eisenstangen und zerrissene Polstersitze sind im Morast erkennbar, dazwischen ein zerdrücktes Brötchen und eine Packung mit Windbeuteln - offenbar hatte ein Fahrgast noch Lebensmittel eingekauft, bevor er am Samstagabend in den Unglückszug von Magdeburg nach Halberstadt stieg.
Ich finde es sehr denkwürdig, wenn ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung sich liest, als hätte der Autor aus einem Roman abgetippt.
Darüber hinaus ist es peinlich für ein renommiertes Blatt, sich unterhalb von “BILD”-Niveau zu begeben.
Leider findet die Süddeutsche, dass das Internet Öffnungszeiten haben soll:
Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser “Freeze” gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.
Ansonsten hätten die genau diese Meinung bereits von mir zu hören bekommen.
Vor dem Hintergrund des Unglückes war es erst recht erbauend (Achtung, Sarkasmus!), dass der Zugführer des EC, in dem ich eben noch nach München gefahren bin, entweder an Gesichtslähmung und Sekundenschlaf oder einem Vollrausch litt. Seine Durchsagen waren gelallt, unverständlich, zusammenhanglos und teilweise traten mitten im Wort sekundenlange Pausen ein.
Und auf der Hinfahrt wurde mein Zug kurz nach Göppingen wegen polizeilicher Ermittlungen gestoppt, und die Reisenden nach Stuttgart durften in den nächstbesten Regionalzug umsteigen.
Spaßigerweise hatten etwa zwei Drittel der Reisenden vor, in Stuttgart aus- und umzusteigen.
Im RE war’s kuschlig.
Mistwetter
Donnerstag, Januar 27th, 2011 | Dahingeworfenes | Keine Kommentare
Mir ist jemand auf den Fuß gelatscht.
Nicht weiter schlimm.
Tat nicht weh.
Bis ich im Büro meinen Schuh besah.
Der Jemand hatte wohl Steinchen im Sohlenprofil.
Und meine nahezu neuen Schuhe haben jetzt einen augenfälligen Schaden in der Zurichtung.
“Nächst Wooch kriegans”
Dienstag, Januar 25th, 2011 | Dahingeworfenes | Keine Kommentare
So oder so ähnlich hörte sich die Antwort an, als ich der Sekretärin Anfang September meldete, dass es keine Praktikanten-Labormäntel in meiner Größe gäbe.
Und das hörte ich dann auch den ganzen Herbst und den halben Winter.
Irgendwann habe ich dann aufgegeben, nachzufragen, und die zu großen getragen.
Zu groß ist in diesem Fall nicht so zu verstehen, dass es dem kleinen zierlichen Weibchen etwas um den Leib schlackert, sondern viel eher so, dass Menschen vom Körperbau von des Weibchens großen Bruder darin noch versinken und über die Ärmel stolpern würden.
Ich habe tatsächlich Exemplare gefunden, bei denen die Schulternaht unterhalb meines Ellenbogens lag.
Heute habe ich dann auf der Suche nach einem sauberen Labormantel mal wieder in das Fach für Praktikantenlabormäntel geschaut.
Und siehe da - es war tatsächlich ein Labormantel in S darin!
Dieser ist zwar immer noch etwas zu groß, aber wenigstens sehe ich nicht mehr aus wie ein Straßenkind, das eine Mülltüte trägt. (Ja, die Labormäntel bei BMW sind tatsächlich Mülltütenblau. Erste Eindrücke bleiben lange kleben.)
Aber ich *weiß*, dass es auch Labormäntel für meine Menschen meiner Größe und Statur gibt. Sehe ich ständig in der Kantine.
Nunja, wenigstens hab ich jetzt überhaupt einen halbwegs ordentlichen Labormantel.
Vollrauschfetischist
Dienstag, Januar 25th, 2011 | Dahingeworfenes | 2 Kommentare
Bei Aldi Süd gibt es demnächst eine “Party-Flirt-Box”.
Mit den Geschmacksrichtungen Cream Liqueur (17 % vol), Pflaume (20 % vol) und Feige (20 % vol).
Die Jugend von heute trinkt den Discountern wohl zu wenig.
Das titelgebende Lied müssen normale Menschen nicht kennen, aber es war das erste, was mir durch den Kopf ging, als ich diesen Artikel im Prospekt sah.
Bitte wo?
Dienstag, Januar 18th, 2011 | Dahingeworfenes | Keine Kommentare
DPD hat mir einen Zettel aussen an die Haustür geklebt: Ich sei nicht da gewesen und möge doch bitte mein Paket daundda abholen. Davon mal abgesehen, dass der Zettel noch nicht da klebte, als ich heimkam, ist absolut nicht zu entziffern, wo genau mein Paket nun steckt.
Ich werde den Zettel packen und in die Geschäfte links und rechts gehen und mal freundlich nachfragen.
Eigentlich würde ich ja bei DPD anrufen oder eine Mail schreiben. Aber auf dem Paketschein findet sich keine Nummer, auf der Website gibt es kein entsprechendes Kontaktformular und die einzige Nummer, die man anrufen könnte, ist nur zu meinen Arbeitszeiten offen und zudem noch sündhaft teuer.
Wenn mein Paket da steckt, wo ich vermute, dann komme ich so schnell aber nicht dran. Hms.
Stereotypen
Sonntag, Dezember 12th, 2010 | Dahingeworfenes | Keine Kommentare
Man hört Terroranschlag und alles schreit sofort nach Islamisten.
In Anbetracht der Tatsache, dass da mitten in Stockholm etwas hochgegangen ist, musste ich zuerst an Wikileaks denken.
Immerhin haben die Schweden einen (wenn auch nach meinem Rechtsverständnis latent fadenscheinigen) Grund geliefert, nach dem man Assange überhaupt einbuchten konnte.
Ich möchte damit auf gar keinen Fall sagen, dass ich Assange dahinter vermute, aber nichts desto trotz kann! Anonymous dahinter stecken.
Idiotenschrägstrichfundamentalisten gibt es schließlich überall, und Anonymous ist kein Verbund mit Kodices oder Hauptverantwortlichen, sondern im Grunde “nur” ein Geist.
Wenn einem vor Abneigung schlecht wird
Freitag, Dezember 10th, 2010 | Dahingeworfenes | 5 Kommentare
Heute Morgen sah ich in der U-Bahn einen Kerl mit schwarz-weiß-rotem Thor Steinar Pulli, Thor-Steinar-Hose, Lonsdale Jacke und schwarz-weiß-rotem Rucksack. Er sah im Grunde ganz normal aus, aber ich hätte ihm dennoch ganz gerne ins Gesicht gekotzt.
Sonst döse ich in der U-Bahn immer recht friedlich vor mich hin, aber heute hab ich mich einfach nur tierisch aufgeregt. So sehr, dass mir tatsächlich schlecht geworden ist (und ich mal eben meinem Ärger via Wordpress Luft machen muss).
Wer jetzt spontan nicht weiß, warum mir schlecht geworden ist, dem empfehle ich, über die Farbwahl nachzudenken und Wikipedia oder Google nach der Marke Thor Steinar zu befragen.
Ich ärgere mich immer noch, dass so wer frei und unbehelligt rumläuft, während Leute, die eher links aussehen ständig belästigt werden.
Vermessen
Samstag, November 20th, 2010 | Dahingeworfenes | Keine Kommentare
Ich habe mir bei Ikea* ein Regal** gekauft, dass auf den Zentimeter genau zwischen Dusche und Wand gepasst hätte.
Dummerweise habe ich am Boden gemessen.
Die Duschwanne ist aber schief verffliest, sodass oben an der Kante genau ein jämmerlicher verfluchter Zentimter fehlt, um das Regal dort so unterzubringen, wie ich es gerne hätte.
Hmpf.
Damit geht mein ganzes Raumkonzept nicht mehr auf.
Ich kann den Wäscheständer nicht mehr bei Bedarf einfach vor das Regal stellen (wie ich es geplant hatte), sondern muss meine Wäsche wahrscheinlich in der Dusche selbst trocknen, oder mir noch etwas anderes einfallen lassen (aber nicht Freitag Abend nach nahezu 16 Stunden Daueraktivität).
Mal sehen.
Auf jeden Fall ist mein Bad jetzt ordentlicher und ruhiger und gefällt mir auch schon viel besser.
*Bin mit den Öffis hin. War eine sehr interessante Tour.
Die Münchner Ikeas sind sehr, sehr weit ab vom Schuss. Ich kenne es eher so, dass Ikea mitten in der Stadt liegt.
Viel habe ich leider nicht von der Gegend gesehen, war ja schon fast dunkel, als ich von der Firma aus losgefahren bin.
**Lerberg, weiß, ich wollte es eigentlich in dunkelgrau, aber es waren nur noch zwei in weiß da. Pech gehabt.
Genau dieses Regal wollte ich ohnehin schon haben, seitdem ich auf die Alb gezogen bin. Hab es nur nie gekauft, weil von der Alb aus der Ikea ganz mies zu erreichen ist.
Missverständnis
Mittwoch, November 17th, 2010 | Dahingeworfenes | Keine Kommentare
Der Driss mit Alice wäre dann auch erledigt.
Mir hat damals an der Hotline jemand etwas vollkommen Falsches erzählt.
Ich hätte den Surfstick nie zurück schicken müssen, den hab ich von Alice sozusagen geschenkt bekommen (gegen die 9,99 Quickstartgebühr und drei Monate kostenlose Nutzung, was für Surfsticks geschenkt bedeutet).
Deswegen wurde der auch wieder an mich zurück geschickt.
Ich hätte nur ein Kündigungsschreiben schicken müssen, aber das auch nicht an die Adresse, die mir bekannt war (bei der ich damals auch nachfragte, ob diese Adresse denn die Richtige sei), sondern eine vollkommen andere.
Das alles war mit einem dreiminütigen Anruf (und zwanzig Minuten Warteschleife) geklärt.
Nein wie einfach.
Damit hat Alice nun knapp zehn Euro Hotlinegebühr an mir verdient, weil die werten Menschen dort ja keine Emails bearbeiten können.
Wenigstens noch etwas mehr von der Backe.
Abgeschreckt
Mittwoch, November 17th, 2010 | Dahingeworfenes | Keine Kommentare
Sehr geehrte Damen und Herren,
Wie ich von [Lieferant] erfahren durfte, haben Sie meine Bestellung bereits vor drei Tagen zurückerhalten.
Ich finde es bemerkenswert, dass Sie es bislang wohl nicht für nötig gehalten haben, sich diesbezüglich bei mir zu melden.
Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass meine Geduld sich ihrem Ende zu neigt.
Auch fand ich es frech von Ihnen, mir die Klärung mit [Lieferant] zu überlassen - dies war wegen meiner langen Arbeitszeiten ein schwieriges Unterfangen für mich.
Hiermit möchte ich die Bestellung offiziell stornieren und den gesamten Rechnungsbetrag von 22,00 Euro (In Worten: Zweiundzwanzig Komma Null) zurückgezahlt bekommen.
Ich sehe ein, dass die entstandenen Unannehmlichkeiten wohl hauptsächlich daran liegen, dass Sie via [Lieferant] versenden, und werde Sie deswegen in keiner Weise diskreditieren.
Mit freundlichem Gruß,
[mein Name]
Ich bin auf die Reaktion gespannt.
Von Einkäufen im Internet bin ich jetzt erstmal eine Weile geheilt.
Das Einzige, was ich wirklich schade finde, ist, dass ich nun immer noch kein Bluetooth-Headset habe, und deren Angebot wirklich günstig war.
Aber da ich es ja nie hatte, schmerzt mich der Verlust nicht so wirklich.
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